#32 Plurale Ökonomie – mit Sebastian Thieme und Matthias Schnetzer
Der Markt regelt das. Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut. Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt. Leistung muss sich wieder lohnen.
Solche Sätze klingen nach ökonomischem Hausverstand – nach Sachzwang, Zahlen, Daten und Fakten. Aber was, wenn es gar nicht die eine ökonomische Lehre gibt, die uns sagt, was zu tun ist? Was, wenn hinter wirtschaftspolitischen Empfehlungen immer auch Annahmen stehen: über Märkte, Staat, Arbeit, Verteilung, Wohlstand und Macht?
Was bedeutet plurale Ökonomie? Warum ist die Vorstellung einer wertfreien Wirtschaftswissenschaft problematisch? Welche blinden Flecken entstehen, wenn Wirtschaft nur durch eine einzige theoretische Brille betrachtet wird? Und warum sind Sorgearbeit, Moral, Machtverhältnisse und Verteilung keine Nebensachen, sondern zentrale Fragen der Ökonomie?
In der 32. Episode von „In bester Gesellschaft – der Wissenschaftsdialog für die Vielen“ spricht Michael Mazohl mit Sebastian Thieme, Ökonom, Autor und Referent der Katholischen Sozialakademie, und Matthias Schnetzer, Chefökonom der Arbeiterkammer Wien, über ökonomische Erzählungen, den Mainstream der Wirtschaftswissenschaft, keynesianische Krisenpolitik, feministische Ökonomie, politische Ökonomie – und darüber, warum plurales wirtschaftliches Denken auch eine demokratische Notwendigkeit ist.